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01.05.2019 Sarganserländer

Gössi empfiehlt mehr Selbstbewusstsein

Die Präsidentin der FDP Schweiz war zu Gast bei der FDP Sarganserland und stellte sich zusammen mit Karin Weigelt und Susanne Vincenz-Stauffaucher den Fragen von Hanspeter Trütsch.

Sie freue sich, Unterstützung im Ständerats-Wahlkampf leisten zu können. Mit diesen Worten stieg die Chefin der FDP Schweiz in ihre Ausführungen vor einem voll besetzten «Sternen»-Saal in Wangs ein. Petra Gössi weilte auf Einladung der Kreispartei im Sarganserland und gab zunächst einen kleinen Einblick in das Wirken einer Parteipräsidentin. Trotz der grossen zeitlichen Belastung sei es ihr nach wie vor wichtig, im Arbeitsleben bleiben zu können, was dann wiederum «die Herausforderungen eines Milizparlaments aufzeigt».

Im politischen Teil zeigte Gössi dann die Vision der FDP für die Schweiz auf. Man müsse gemeinsam füreinander einstehen, die FDP sei eine zukunftsgerichtete Partei. Und sie stellt den Begriff «Heimat» in den Mittelpunkt, auch wenn dieser schon von einer anderen Partei besetzt sei: «Jeder darf sich seine Heimat aussuchen, unsere ist liberal».

«Der bilaterale Weg ist der Königsweg»

Die FDP-Vision umfasst sieben Zielsetzungen, dazu gehören etwa «eine vielfältige Gesellschaft mit gemeinsamen Werten» oder «eine gelebte Solidarität, die niemanden zurücklässt». Zu den Aussenbeziehungen meinte sie, nur mit zusätzlichen Handelsabkommen sei es nicht getan, «der bilaterale Weg ist der Königsweg». Gössi steht deshalb auch für das Rahmenabkommen mit der EU ein, wenn auch mit Einschränkungen, «die der Bundesrat klären muss». In jüngster Zeit ist die FDP vor allem auch wegen ihres Bekenntnisses zur Umweltpolitik in die Schlagzeilen geraten. «Umwelt geht uns alle an», sagte die Parteipräsidentin dazu, es gehe um eine nachhaltige und effiziente Nutzung des Raums und der natürlichen Ressourcen. Ein aufgrund einer Mitgliederumfrage erarbeitetes Positionspapier werde im Juni an der Delegiertenversammlung präsentiert.

Spannender Polittalk

Nach dem Referat gesellten sich die Sarganser Nationalratskandidatin Karin Weigelt und Ständeratskandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher zu Gössi auf die Bühne. Unter der Moderation des ehemaligen Bundeshaus-Korrespondenten von Fernsehen SRF, Hanspeter Trütsch, bestritten sie einen hochinteressanten Polittalk. Trütsch, ein gebürtiger St.Galler, konnte mit seinem fundierten Wissen aus Bundesbern, aber auch bis hinab auf regionaler Ebene (Spital Walenstadt) bei seinen Fragen aus dem Vollen schöpfen. Wie man den Kanton St.Gallen, der in einem UBS-Rating genau im Durchschnitt positioniert sei, wahrnehme, wollte Trütsch von den FDP-Frauen wissen. Die Ostschweiz sei in Bern gut spürbar, meinte Gössi. Man dürfte sich noch mehr Gehör verschaffen, war das Statement von Vincenz, Durchschnitt sei ja nicht primär schlecht. Worauf Gössi meinte, St.Gallen habe viel erreicht, sie empfahl dem Kanton mehr selbstbewusstsein. Weigelt, die elf Jahre im Ausland als Handball-Profispielerin gelebt hat, formulierte ihr Verhältnis zum Heimatkanton folgendermassen: «Je länger im Ausland, desto patriotischer.»

Zur geschlechterspezifischen Frage, wie Frauen Beruf und Familie unter einen Hut bringen, meinte Vincenz: «Es ist machbar.» Berufliche Selbstständigkeit sei sicher ein Erfolgsrezept, «es braucht wahnsinnig viel Organisation, es lohnt sich». Braucht es eine Abgabe auf Flugreisen? Bei Billigflügen müsse man international eine Lösung finden, so Weigelt. Man müsse in Technologie investieren, jedoch nicht das Privileg des Fliegens rückgängig machen. Vincenz könnte sich für eine Abgabe erwärmen, sie will jedoch kein Verbot, sondern Lenkungsabgaben.

Die drei Frauen überzeugten das Publikum, unter ihnen zahlreiche Nationalratskandidaten, mit ihren Statements auch zu zahlreichen weiteren Themen. Und der einheimische Gemeinderat und Kandidat der Jungfreisinnigen, Nirosh Manoranjithan, führte gekonnt durch den Abend.

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