Herausforderungen und Chancen einer Sportkarriere

Buchs Am Dienstag referierte die ehemalige Profihandballerin Karin Weigelt im Rahmen des Lernfestivals an der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung in Buchs über ihren Einstieg in und ihren Ausstieg aus ihrer Profikarriere. Karin Weigelts Sportkarriere begann wie in der Schweiz üblich als ambitionierte Sportlerin, die parallel zum Spitzensport die Ausbildung abschloss, in ihrem Fall die Matura und anschliessend ein Studium in Marketing und PR. Begleitend erlangte sie die eidgenössischen Fachausweise zur Planerin Marketingkommunikation und zur PR-Fachfrau. Beruflich so «abgesichert», wagte sie den Schritt in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen und damit den Einstieg in den Profisport.

Erfahrungen in diversen Ländern und Kulturen

Mit ihren sportlichen Stationen in Deutschland, Norwegen und Frankreich hat Karin Weigelt die sportlichen Chancen mit kulturellen Erfahrungen verbunden. «Diese Herausforderungen haben mich zusätzlich motiviert, den harten Weg der Profisportlerin über elf Jahre zu gehen». Heute profitiere sie nicht nur von ihren Sprachkenntnissen, sondern die immer neuen Lebensbedingungen hätten sie offener und toleranter gemacht. Zudem nutzte sie ihre Sportkarriere, um parallel dazu einen Master in Sportmanagement abzuschliessen. Aber auch der Blick auf die Schweiz habe sich verändert, so Weigelt, die im Sommer 2018 als Rekordnationalspielerin und nach über 15 Jahren für die Schweizer Handball-Nationalmannschaft ihren Rücktritt gab.

Weigelt stellte in ihren sehr authentischen Ausführungen eindrücklich dar, dass ihr der Ausstieg aus der Profisport-Karriere nicht leicht fiel. Der getaktete Tagesablauf, die leistungsorientierten Trainings oder die Atmosphäre bei Meisterschaftsspielen, das alles hatte sich eingeprägt und war zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden. Trotzdem war es für Karin Weigelt klar, dass sie nach ihrem Rücktritt einen klaren Schnitt machen will; Handball ja, aber nicht mehr auf dem Spielfeld.

«Zudem wurde mir in den vergangenen Jahren immer bewusster, dass ich nach meiner Rückkehr in die Schweiz wirklich etwas Neues aufbauen möchte. Dazu will ich meine Erfahrungen aktiv einbringen und etwas bewegen», fasste Weigelt ihren Plan nach dem Sportlerleben zusam- men. Ihre Erfahrungen als Captain in der Bundesliga seien mit Bezug auf Führungserfahrung sehr wertvoll und kämen ihr heute sehr zugute, führte Weigelt weiter aus.

Einstieg in die Politik – mit Sportsgeist und Energie

Der Einstieg in die Politik – Weigelt kandidiert für den Nationalrat – biete ihr als Chance, sich aktiv einzubringen und ihre Erfahrungen im Ausland mit der Schweizer Wirklichkeit zu spiegeln. Dazu komme, dass sie den Wahlkampf mit Sportsgeist angehe, also mit voller Energie und fokussiert aber auch offen und fair. Gerade die Erfahrungen in unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturen hätten ihr gezeigt, dass es ohne Akzeptanz und Respekt nicht geht. (pd)

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