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04.10.2019 Linthzeitung

Weltklasse-Handballerin spricht über Ambitionen

Die ehemalige Weltklasse-Handballerin Karin Weigelt sprach beim Civitan Service Club Zürichsee Rapperswil-Jona über ihre Erfahrungen als Profihandballerin und über ihre Ambitionen für die FDP einen Nationalratssitz zu holen.

Bis im letzten Sommer war Weigelt eine der besten Handballerinnen der Schweiz. Die Handball Karriere startete sie beim LC-Brühl St. Gallen. Im Schweizer Handball Nationalteam spielte sie 127 Mal und schoss nahezu 400 Tore. 2007 wechselte die damals 23-Jährige zu Leverkusen. Später ging es nach Stationen in Sindelfingen und Göppingen nach Kristiansand (Norwegen) und Celles-sur-Belle (Frankreich). «Ich hatte eigentlich gar nie geplant, so lange im Ausland zu spielen, aber es haben sich immer wieder neue Möglichkeiten ergeben», meinte Weigelt. Nach sieben Jahren Bundesliga sei die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Das Angebot aus Norwegen kam von daher wie gerufen.  

In Deutschland, Norwegen und Frankreich hatte sie einen Profi-Status. Sie habe daneben aber trotzdem in Teilzeit gearbeitet oder ihren Master im Fernstudium abgeschlossen. So kann sie nach dem Ende ihrer Handballkarriere beruflich einiges vorweisen. In der Schweiz könne man vom Profi-Handball nicht leben. In Deutschland, Norwegen und Frankreich war das jedoch möglich, denn dort hat der Frauenhandballsport einen viel grösseren Stellenwert. Und wer nebenher arbeitet oder studiert, erfährt noch viel grösseren Respekt.  

Herausforderungen annehmen

«Heute bin ich immer noch leidenschaftlich mit dem Handball verbunden. Ganz wichtig war mir, dass ich immer auf die Unterstützung meiner Eltern zählen konnte. Sie sagten: versuch es, wenn es nicht klappt, kommst du einfach wieder heim. In einem fremden Land, in einer fremden Umgebung zu leben und somit aus der Komfortzone auszubrechen, ist eine grosse Herausforderung. Da braucht es Leute, die dein Vorhaben unterstützen. Das ist auch meine Botschaft, die ich gerne weitergebe: Trau dich auch mal, etwas zu machen, was nicht unbedingt von dir erwartet wird. Überlege, was dir wirklich wichtig ist. Und vor allem: wenn du eine Chance siehst, dann nutze sie!»  

Karin Weigelt wohnt in Sargans, ist selbständige Unternehmerin und hat unter anderem ein Mandat beim Schweizerischen Handballverband. Dort ist sie verantwortlich für den Aufbau des ersten nationalen Leistungszentrums im Frauenhandball. 

Jetzt politisches Engagement

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz war für Karin Weigelt klar, dass sie sich aktiv in der Schweiz einbringen will. Die Politik biete dazu vielfältige Chancen. Gerne will sie ihre internationalen Erfahrungen und die Erkenntnisse, die sie in anderen Kulturen erlebt hat, in die Schweizer Politik einfliessen lassen und kandidiert deshalb bei den Nationalratswahlen für die FDP des Kantons St. Gallen. Früher wurde zuhause oft über Politik diskutiert, ihr Vater Peter Weigelt war von 1995 bis 2007 selbst im Nationalrat. Das Politisieren hat Karin Weigelt somit bereits im Blut.

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