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09.09.2019 Sarganserländer

Bevölkerung miteinbeziehen

An einem Anlass der FDP in Flums haben sich die Nationalratskandidaten Karin Weigelt und Thomas Percy vorgestellt. Sie und zwei Fachleute sprachen über Innovationen in den Bereichen Wirtschaft und Klimaschutz.

von Leo Coray

Der Anlass der FDP des Kantons St. Gallen fand am Donnerstagabend in der Firma Flumroc in Flums statt. Als Einstieg ins Thema stellte Geschäftsführer Kurt Frei zunächst ein innovatives Projekt der in Wärmedämmung, Brand- und Schallschutz tätigen Flumroc vor. Wie er sagte, wurde vor vier Jahren das mittlerweile 36-jährige Bürogebäude vollständig saniert. Aussenwände und Fenster wurden nach der neuesten Technologie wärmegedämmt, auf dem Dach und der Fassade Solarmodule montiert und diverse energiesparende Massnahmen umgesetzt.

Koks ersetzen

Nach vier Jahren könne man von einem Vorzeigeobjekt sprechen, zeigte sich Frei zufrieden. Denn heute liefere das Gebäude 30 Prozent mehr Energie, als verbraucht werde. Wie er weiter sagte, will die Flumroc künftig Innovationen in der Fabrikation umsetzten. Insbesondere wird geprüft, wie der zum Schmelzen von Steinwolle bei 1500 Grad benötigte Koks durch klimafreundliche Energieträger ersetzt werden kann. Aus der Steinwolle entstehen die Wärmedämmplatten, deren Isolierwert laufend erhöht werden soll.

Der zweite Referent war Architekt Jörg Bachmann (Rorschacherberg), Projektleiter am Institut für Innovation, Design und Engineering und Dozent der Fachhochschule St. Gallen. Wie aufwendig die Entwicklung neuer Produkte ist, zeigte er an einem Beispiel: Aus 2000 Ideen entstünden 52 Produkte, wovon nur elf am Markt erfolgreich seien, so beispielsweise Fensterglas, das automatisch die Farbe wechselt und so Licht- und Temperatur steuert. 

Weitere Beispiele aus dem Energie- und Klimabereich seien durchsichtige Solarzellen und solche, die wie Farbe auf eine Wand aufgetragen werden können, oder Beton, der Strom speichern kann.

Gegen Klimahysterie

Am Podiumsgespräch nahmen neben den beiden Fachleuten auch die beiden jungen Kandidierenden der FDP für den Nationalrat teil: der 23-jährige Student Thomas Perky (St. Gallen), Bür- ger von Walenstadt-Berschis, der die Diskussion leitete, sowie die 35-jährige Kommunikationsunternehmerin Karin Weigelt (Sargans). Wie Percy einleitend sagte, unterstützt er Massnahmen zum Klimaschutz, wenn sie von der Bevölkerung akzeptiert werden, ökologisch wirksam und ökonomisch sinnvoll sind. Entschieden wandte er sich gegen die von Links-Grün verbreitete Klimahysterie und deren Tendenz, unter dem Deckmantel des Klimaschutzes Unternehmen totregulieren zu wollen.

Sinnlose Transporte

Auch Karin Weigelt plädierte dafür, bei Massnahmen zum Klimaschutz die Bevölkerung miteinzubeziehen, sie besser über das Energiesparen aufzuklären und die Selbstverantwortung zu stärken. «Die Abfalltrennung funktioniert in der Schweiz hervorragend», nannte sie als Beispiel, dass die Bevölkerung sinnvolle Massnahmen durchaus unterstützt. Nur wenn das nicht funktioniere, könnten Lenkungsabgaben wie CO2-Abgaben ins Auge gefasst werden und erst als letztes Mittel Verbote – «nicht als erstes, wie Links-Grün es will», betonte Weigelt. Verhaltensänderungen forderte sie auch vom Handel. So sei es unverständlich, dass Kartoffeln aus Deutschland mit Lastwagen viele hundert Kilometer nach Italien transportiert, dort gewaschen und verpackt und zum Verkauf wieder zurück nach Deutschland gefahren würden. Dasselbe geschehe auch mit Schweizer Milch.

Der Sonnenenergie attestierte sie dann grosses Potenzial, wenn die Möglichkeit zur Stromspeicherung entscheidend verbessert werde. Dafür brauche es Investitionen in die Forschung, was Aufgabe der Politik sei, aber auch, die Unternehmen nicht durch komplizierte Auflagen zu behindern. Aus dem Publikum wurde die Wirksamkeit von Lenkungsabgaben bezweifelt. Sie dienten nur dazu, die staatliche Administration aufzublähen, und das viele eingenommene Geld lande am falschen Ort, hiess es.

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