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23.09.2019 Werdenberger & Obertoggenburger

Überparteiliches Podium in Buchs: Politiker wollen Volksrechte verteidigen und die Isolation der Schweiz vermeiden

Die überparteiliche Diskussion im «Buchserhof» zeigte, wofür die einzelnen Kandidaten einstehen. Das Publikumsinteresse war jedoch ziemlich klein.

von Adi Lippuner

Eines gleich vorweg: Das Engagement der Jungen SVP mit Sascha Schmid als Präsident brachte bezüglich Zuhöreraufmarsch Ernüchterung bei den Organisatoren. Nebst den vier Podiumsteilnehmern, Karin Weigelt, FDP, Thomas Warzinek, CVP, Mike Egger und Lukas Reimann, beide SVP, und dem Gesprächsleiter Sascha Schmid, fanden sich noch 15 Personen ein. Einig waren sich die Kandidatin und die drei Kandidaten, dass es wenig überparteiliche Veranstaltungen im Vorfeld der Wahlen gibt und diese Diskussion am Freitagabend deshalb umso wertvoller war.

Geht es um das Rahmenabkommen, plädiert Karin Weigelt für die Eigenständigkeit der Schweiz sowie für eine Einigung auf bilateralem Weg. Für Thomas Warzinek ist klar, dass Souveränität und Neutralität der Schweiz wichtig sind. «Eine Isolation muss aber unbedingt vermieden werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, sonst gibt es nur Verlierer.» Für die SVP-Vertreter ist klar, dass die Schweiz den Handel mit Europa weiterhin braucht, «aber nicht um jeden Preis. Es gibt noch viel zu viele Knackpunkte, die verhandelt werden müssen», so Mike Egger. Einig waren sich alle, dass der vorliegende Vertrag in dieser Form nicht mehrheitsfähig ist.

Zu viele Interessenvertreter in Gesundheitskommission

Sowohl Lukas Reimann als auch Mike Egger sind der Ansicht, dass sich mit der aktuellen Konstellation in Bern – die Mehrzahl der Mitglieder der Gesundheitskommission sind Interessenvertreter – kaum etwas ändert. Karin Weigelt möchte die Leistungen der Grundversicherung auf die Grundversorgung beschränken, und der Arzt Thomas Warzinek nimmt seine Berufskolleginnen und Kollegen mit der Forderung «Wirtschaftlich, zweckmässig und wirksam» in die Pflicht. Die Formel «WZW» bedeute, dass dies bei jeder Behandlung eines Patienten im Zentrum stehen müsse.

Westschweizer Kantone halten besser zusammen

Geht es um die Stellung der Ostschweiz, bemängelt Lukas Reimann den Zusammenhalt der Kantone. «Kaum jemand identifiziert sich mit dem Begriff Ostschweiz, für alle Vertreter in Bern steht nur der eigene Kanton auf dem Radar. Da haben uns die Westschweizer viel voraus, ob Genfer, Waadtländer oder Jurassier, wenn es um ein Anliegen aus der Romandie geht, stehen alle kantonsübergreifend zusammen und erreichen deshalb viel mehr als wir aus der Ostschweiz.»

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