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27.09.2019 regiosport.ch

KARIN WEIGELT: „DIE SCHWEIZER SPORTVEREINE LEISTEN UNGLAUBLICHES“

Nach einer beeindruckenden Karriere als Spitzensportlerin baut Karin Weigelt nun ihre eigene Marketing-Firma auf. Aus einer Unternehmer- und Politikerfamilie stammend, hat sie sich aber auch politisch hohe Ziele gesteckt. Die Schweizer Handball-Rekordnationalspielerin mit Auslanderfahrung kandidiert als Vertreterin des Kantons St.Gallen auf der Hauptliste der FDP für den Nationalrat.

von Jürg Grau

regioSPORT.ch: Karin Weigelt, Sie kommen aus dem Handballsport. Bewegen Sie auch nach der erfolgreichen Aktivkarriere etwas für die Zukunft Ihres Sports?

Karin Weigelt: Handball war über viele Jahre meine ganz grosse Leidenschaft. Ich durfte sehr viel von der Lebensschule Sport profitieren und will meine Erfahrungen aus 11 Jahren internationalem Profi-Sport gerne auch in der Schweiz einbringen. Mit meinem Mandat für die Projektleitung zum Aufbau des ersten nationalen Leistungszentrums für Schweizer Handballerinnen kann ich genau das tun. Mit der Handball Akademie schaffen wir neue Strukturen und professionalisieren das Trainingsumfeld unserer jungen Talente in einem einzigartigen Kompetenzzentrum, das Sport, Ausbildung, Prävention und sportmedizinische Betreuung vereint. Dass wir dabei Synergien mit den Eishockeyaner des EV Zug nutzen können, freut mich besonders. Für den Frauenhandball in der Schweiz ist das ein ganz wichtiger Schritt.

Im Nationalrat gibt es viel zu tun? Was können Sie einbringen?

K. W.: Ich hatte die Möglichkeit, während meiner Zeit im Ausland von aussen auf die Schweiz zu schauen. Das ermöglicht klarer zu erkennen, in welchen Bereichen die Schweiz gut aufgestellt ist, jedoch auch, wo andere Länder bessere oder andere Lösungen gefunden haben. In Norwegen habe ich beispielsweise eine offene und tolerante Gesellschaft erlebt, in der die Gleichberechtigung bereits verinnerlicht ist. So ist der Stellenwert von Frauen und Männern in der Wirtschaft wie auch in der Politik praktisch gleich. Dies gilt auch für den Sport und dessen Präsenz in den Medien. Ausserdem sind uns die Norweger in der Digitalisierung mindestens zwei Schritte voraus. Beispielsweise sind die elektronische Identität (e-ID) und die digitale Gesundheitsakte bereits standardmässig im Gebrauch.

Andererseits erlebte ich ein Frankreich, das unter dem Zentralismus leidet und in aufwändiger Bürokratie untergeht, während die Provinzregionen vernachlässigt und vergessen werden. Diese und viele weitere Erfahrungen zusammen mit den Lehren aus dem Spitzensport haben mir klar gemacht, dass ich in einer Schweiz leben möchte, wo Eigeninitiative und Selbstverantwortung möglich sind, wo Mut belohnt wird und Innovationen gefördert werden. Für diese Werte setze ich mich ein. Denn sie waren mir nicht nur als Sportlerin wichtig, sondern auch heute als selbständige Unternehmerin und Politikerin.

Man spürt aus Ihren Antworten die zielbewusste Sportlerin und die engagierte Unternehmerin heraus. Welche Werte sind Ihnen als Politikerin wichtig?

K. W.: Respekt ist die Basis für alle Lebensbereiche. Wichtig ist mir aber auch, dass wir optimistisch und zukunftsgerichtet nach vorne schauen. Ich gehe Herausforderungen positiv an, will Chancen nutzen statt Ängste schüren sowie unkonventionelle Ideen zulassen und vor allem auch alte Strukturen überdenken. Die Welt dreht sich und wir uns mit ihr. Ganz nach meinem Lieblingszitat „Leben ist Bewegung und Bewegung heisst Veränderung. Wer nicht bereit ist, sich zu verändern, wird auch nichts bewegen“ stehe ich für eine engagierte und selbstbewusste Politik.

„Sportler für Sportler“ – wie können Sie sich in Bern für die Sportlerinnen und Sportler einsetzen? 

K. W.: Unsere Schweizer Sportvereine leisten Unglaubliches. 70 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden werden jährlich geleistet. Begriffe wie Fairness, Respekt, Durchhaltewille oder Teamgeist werden in Sportvereinen mit Inhalt gefüllt, werden erlebbar und erlernbar. Damit tragen Sportvereine entscheidend zum Erhalt unseres Wertesystems bei, ohne soziale, religiöse oder politische Ausgrenzung. Angesichts dieser Leistungen, die beispielsweise mit positiven Inputs für die Volksgesundheit, einer hohen Integrationsleistung oder sinnvoller Freizeitgestaltung Jugendlicher ergänzt werden könnten, verdienen Sportvereine deutlich mehr Anerkennung. In einer sich immer stärker individualisierenden Welt wichtiger als je zuvor. Sportvereine sind nicht nur an Jubiläen und Festen zu würdigen, sondern ihnen müssen auch im Alltag Rahmenbedingungen gewährt werden, die ihnen ein langfristiges Überleben ermöglichen.

Wie sieht der Endspurt vor dem 20. Oktober aus?

K. W.: Der bleibt engagiert bis zum Schlusspfiff. Wie jeden Sonntagabend um 20:30 Uhr trete ich bis zu den Wahlen in der Live-Talk-Sendung „die politische Woche“ auf, die auf Facebook übertragen wird. Ausserdem trete ich zusammen mit Marcel Dobler bei einer Veranstaltungsreihe zum Thema Jugend&Internet auf (30.9. in St.Gallen, 4.10. in Wil, 9.10. in Rapperswil und am 11.10. in Rorschach). Besonders freue ich mich auf den 10. Oktober, an dem ich die Männerriege in Flawil besuche und mit ihnen ein gemeinsames Training mache. Ein weiteres Highlight steht am 14.10. beim «Start up Forum» an der Olma an, wo ich vor rund 500 Gästen einen Speech über meine unternehmerischen Aktivitäten halte. Es läuft also noch einiges bis zu den Wahlen und das ist auch gut so.

Frau Weigelt, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Digitalisierung bedeutet vor allem Chancen

Leserbrief

Mir ist wichtig, dass wir die Chancen der Digitalisierung positiv nutzen, Innovationen mutig angehen und die Zukunft offensiv mitgestalten. Damit uns dies gelingt, müssen wir uns entsprechende Kompetenzen erarbeiten. Das beginnt mit Medienkompetenz beim Umgang mit neuen Kommunikationsinstrumenten, geht über Offenheit bezüglich unkonventioneller Arbeitsmodelle, die erst durch die Digitalisierung möglich werden, bis hin zur Bereitschaft, alte und längst überfällige Strukturen zu überdenken, um neue Wege einzuschlagen. Ich sehe die Digitalisierung vor allem als grosse Chance für unsere Zukunft. Dass es dabei auch Gefahren gibt ist klar und muss aufgenommen werden, es darf aber nicht dazu führen, dass wir uns dem digitalen Wandel entziehen und unnötig einschränken.

Stream Podium „Sport und Gesundheit – Tourismuskonzept von gestern oder für morgen?“

Was Sport für den regionalen Tourismus ausrichten kann

Sport als Teil von touristischen Konzepten: Das ist nicht neu. Die Frage ist aber, ob er in Zukunft noch eine grössere Rolle spielen soll oder ob der Tourismus sich in eine andere Richtung entwickeln muss. Das war das Thema eines Podiumsgesprächs.

Im Grand Resort Bad Ragaz zu Gast waren Pascal Jenny, Tourismusdirektor von Arosa, Andreas Deuber, Dozent und Leiter des Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) an der Fachhochschule Graubünden sowie die frühere Profi-Handballerin und heutige Unternehmerin Karin Weigelt.

23.09.2019 Werdenberger & Obertoggenburger

Überparteiliches Podium in Buchs: Politiker wollen Volksrechte verteidigen und die Isolation der Schweiz vermeiden

Die überparteiliche Diskussion im «Buchserhof» zeigte, wofür die einzelnen Kandidaten einstehen. Das Publikumsinteresse war jedoch ziemlich klein.

von Adi Lippuner

Eines gleich vorweg: Das Engagement der Jungen SVP mit Sascha Schmid als Präsident brachte bezüglich Zuhöreraufmarsch Ernüchterung bei den Organisatoren. Nebst den vier Podiumsteilnehmern, Karin Weigelt, FDP, Thomas Warzinek, CVP, Mike Egger und Lukas Reimann, beide SVP, und dem Gesprächsleiter Sascha Schmid, fanden sich noch 15 Personen ein. Einig waren sich die Kandidatin und die drei Kandidaten, dass es wenig überparteiliche Veranstaltungen im Vorfeld der Wahlen gibt und diese Diskussion am Freitagabend deshalb umso wertvoller war.

Geht es um das Rahmenabkommen, plädiert Karin Weigelt für die Eigenständigkeit der Schweiz sowie für eine Einigung auf bilateralem Weg. Für Thomas Warzinek ist klar, dass Souveränität und Neutralität der Schweiz wichtig sind. «Eine Isolation muss aber unbedingt vermieden werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, sonst gibt es nur Verlierer.» Für die SVP-Vertreter ist klar, dass die Schweiz den Handel mit Europa weiterhin braucht, «aber nicht um jeden Preis. Es gibt noch viel zu viele Knackpunkte, die verhandelt werden müssen», so Mike Egger. Einig waren sich alle, dass der vorliegende Vertrag in dieser Form nicht mehrheitsfähig ist.

Zu viele Interessenvertreter in Gesundheitskommission

Sowohl Lukas Reimann als auch Mike Egger sind der Ansicht, dass sich mit der aktuellen Konstellation in Bern – die Mehrzahl der Mitglieder der Gesundheitskommission sind Interessenvertreter – kaum etwas ändert. Karin Weigelt möchte die Leistungen der Grundversicherung auf die Grundversorgung beschränken, und der Arzt Thomas Warzinek nimmt seine Berufskolleginnen und Kollegen mit der Forderung «Wirtschaftlich, zweckmässig und wirksam» in die Pflicht. Die Formel «WZW» bedeute, dass dies bei jeder Behandlung eines Patienten im Zentrum stehen müsse.

Westschweizer Kantone halten besser zusammen

Geht es um die Stellung der Ostschweiz, bemängelt Lukas Reimann den Zusammenhalt der Kantone. «Kaum jemand identifiziert sich mit dem Begriff Ostschweiz, für alle Vertreter in Bern steht nur der eigene Kanton auf dem Radar. Da haben uns die Westschweizer viel voraus, ob Genfer, Waadtländer oder Jurassier, wenn es um ein Anliegen aus der Romandie geht, stehen alle kantonsübergreifend zusammen und erreichen deshalb viel mehr als wir aus der Ostschweiz.»

Stream Podium „Sport und Medien – Gegenseitig Zwang oder Chance?“

Die öffentliche Podiums-Reihe „Prominente Gäste – persönlich erleben“ gastierte am 17. September im Hotel Säntispark in Abtwil. Unter der Gesprächsleitung von Fritz Bischoff, diskutierten Claudia Lässer (Leiterin Teleclub Sport), Karin Weigelt (Unternehmerin und langjährige int. Profi-Handballerin) sowie Matthias Hüppi (Präsident FC St.Gallen).

Das Thema nahm die Frage auf, ob da sVerhältnis zwischen Sport und Medien gegenseitig Zwang oder Chance darstellt und worin Nutzen und Risiken liegen.

18.09.2019 regioSPORT

KARIN WEIGELT: „DIE NEUEN MEDIEN BIETEN CHANCEN FÜR ALLE SPORTARTEN“

(JG) Eine hochkarätige Runde diskutierte am Dienstagabend, 17. September 2019, im Hotel Säntispark, St.Gallen, über das Thema „Sport und Medien – gegenseitig Zwang oder Chance?“ regioSPORT.ch war dabei.

Unter der Gesprächsleitung von Fritz Bischoff, Sportjournalist SRF, diskutierten Claudia Lässer, Leiterin Teleclub Sport & Zoom, Zürich; Karin Weigelt, Unternehmerin und langjährige Profi-Handballerin in den Top-Ligen Europas, sowie Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen und langjähriger Sport-Moderator und -Reporter beim Fernsehen SRF.

Die auch via Facebook gestreamte Podiumsdiskussion mit den prominenten Teilnehmenden entwickelte sich schnell zu einem lebhaften und interessanten Gespräch; die angesetzte Dauer von 1 Stunde verging wie im Fluge.

Claudia Lässer stellte klar, dass für das Geschäftsmodell des Bezahlfernsehens der Erwerb von Übertragungsrechten attraktiver Sportarten essentiell seien. Das Interesse müsse bereits vorhanden sein, Teleclub könne nicht in den Aufbau neuer Sportarten investieren. Sie unterstrich zudem die zunehmende Bedeutung und die Chances des Zusammenspiels von TV und Social Media Kanälen.

Matthias Hüppi sah die Zusammenarbeit mit den Medien positiv. Er stellte auch fest, dass neue Kanäle wie Social Media an Bedeutung gewännen, ebenso wie die hauseigenen Medien FCSG-TV und FCSG-Radio. Eher skeptisch beurteilte er das sinkende „Niveau“ der Meinungsäusserungen im Internet.

Karin Weigelt wies darauf hin, dass die neuen Medien grosse Chancen böten für alle Sportarten, die von den Mainstream-Medien nicht in gleichem Masse unterstützt würden wie die „Grossen“, sprich Männer-Fussball Super League, Männer-Eishockey NLA oder Ski alpin. Andere bekämen in der Regel nur dann Sendezeit, wenn sie mit ausserordentlichen Erfolgen für Schlagzeilen sorgen könnten. Sie sah deshalb für Handball und andere Sportarten eine Doppelstrategie: Zum einen mit solider Aufbauarbeit und Leistungszentren die Basis für den sportlichen Erfolg legen und zum zweiten durch die Nutzung neuer Medien mit spannenden Inhalten für Aufmerksamkeit und Interesse sorgen. Internet-Kanäle wie Live-Streaming, Facebook, Instagram und neue Plattformen wie regioSPORT.ch könnten helfen, ein grösseres Publikum aufzubauen, das emotional verbunden sei und das Interesse von Sponsoren steigen lasse.

Hier geht’s zum Originalbericht auf www.regiosport.ch

15.09.2019 Handball Wohlen

Aufbruchstimmung im Schweizer Frauen-Handball

Ziemlich genau in einem Jahr startet die Handball-Akademie der Frauen in Cham und damit beginnt eine neue Ära im Schweizer Frauen-Handball. Ein Meilenstein! Es ist das erste nationale Leistungszentrum des Schweizerischen Handballverbands für junge, talentierte und ambitionierte Athletinnen. Insgesamt gibt es 16 Plätze zu vergeben. Bei einer normalen Ausbildungsdauer von vier Jahren bedeutet dies, dass wir vier Spielerinnen pro Jahrgang in die Akademie aufnehmen. Da ist es natürlich klar, dass wir uns ganz genau überlegen, wer sich für einen solchen Platz eignet und wer den Biss mitbringt, diese vier Jahre mit vollem Einsatz und grossem Willen durchzuziehen.

Der Zeitpunkt ist ideal

Der Frauen-Handball hat sich in den letzten Jahren extrem entwickelt. Das Spiel ist athletischer geworden und internationalen haben sich die Ligen professionalisiert. Auch in der Schweiz greifen die Strukturen der Leistungssportförderung und wir erkennen, dass viele Spielerinnen bereits in jungen Jahren gut trainieren. Dies zeigt sich in den jüngsten Resultaten unserer Juniorinnen-Nationalmannschaften. Die U18 hat sich erfolgreich bei den EYOF (European Youth Olympic Festival) geschlagen und einen historischen 4. Platz erkämpft, während sich die U20 bei den erstmalig durchgeführten Championships sogar den Titel in ihrer Kategorie sicherte. Wir sind also auf einem guten Weg. Es gilt nun die zahlreichen Talente sukzessive an den Spitzenhandball heranzuführen und weiterzuentwickeln. Die Handball-Akademie wird dabei zum Flaggschiff der schweizerischen Nachwuchsförderung. Die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum OYM (www.oym.ch) ermöglicht uns athletisch und trainingstechnisch auf Weltklasseniveau zu trainieren. Die Verpflichtung des dänischen Erfolgstrainer und aktuellen Frauen-Nationalmannschaftstrainer, Martin Albertsen, garantiert zudem eine stringente und stimmige Handball-Philosophie, von den jüngsten Auswahlteams über die Akademie bis zur A-Nationalmannschaft.

Breite Unterstützung als zentraler Erfolgsfaktor

Unser Konzept baut darauf auf, dass die Athletinnen unter der Woche in der Akademie trainieren, am Wochenende jedoch zuhause für den eigenen Verein spielen. Dadurch sind eine enge Zusammenarbeit und ein regelmässiger Austausch zwischen der Handball-Akademie und den Vereinen zwingend. 

Aber nicht nur von der sportlichen Seite her braucht unser Konzept eine breite Basis, sondern auch bezüglich Supporter- und Sponsoren. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Teil der Erfolgsgeschichte zu werden. Ganz nach dem Motto «individuell stark – gemeinsam erfolgreich». So kann man beispielsweise bereits mit einem Gönnerbeitrag von 250.- CHF zur Akademie-Community gehören und die Entwicklung der Athletinnen authentisch und hautnah mitverfolgen. 

Weitere Informationen zur Handball-Akademie sind auf www.handball.ch/akademie zu finden. Ich freue mich sehr, wenn wir auch den einen oder anderen Supporter aus Olten für uns gewinnen können. 

Bleibt am Ball und werdet Teil der Erfolgsgeschichte!

PS: wir sind auch auf Instragram @handball.akademie

 

11.09.2019 regioSPORT

KARIN WEIGELT – NACH KARRIERE ALS SPITZENSPORTLERIN NEUE ZIELE IM VISIER

(JG) Nach einer beeindruckenden Karriere als Spitzensportlerin baut Karin Weigelt nun ihre eigene Marketing-Firma auf. Aus einer Unternehmer- und Politikerfamilie stammend, hat sie sich aber auch politisch hohe Ziele gesteckt. Die Schweizer Handball-Rekordnationalspielerin mit Auslanderfahrung kandidiert als Vertreterin des Kantons St.Gallen auf der Hauptliste der FDP für den Nationalrat. In einem ersten Gespräch wollte regioSPORT.ch mehr über ihre sportliche Seite wissen, in einem zweiten werden wir nächste Woche mit Karin Weigelt über ihre Ziele in Bern sprechen.

regioSPORT.ch: Wo haben Sie Ihre Sportkarriere begonnen? Wie sind sie auf den Handballsport gekommen?

Karin Weigelt: Meine Sportkarriere hat beim LC Brühl St. Gallen begonnen. Jedoch nicht beim Handball, sondern beim LC Brühl Leichtathletik, wo ich meine ersten sportlichen Erfolge in den Disziplinen Speer und Stabhochsprung erringen konnte. Später wechselte ich zum LC Brühl Handball. Als athletisch gut austrainierte Linkshänderin erhielt ich früh die Chance in der Nationalliga A mitzuspielen und gewann mit meinem Team zwei Schweizer Meistertitel und drei Schweizer Cup Siege.

Was war die Motivation für den Weg ins Ausland?

K. W.: Nach fünf Jahren in der Nati-A und erfolgreich abgeschlossenem Studium im Bereich Marketing und Kommunikation kam das Angebot vom Bundesligisten Bayer Leverkusen zu einem idealen Zeitpunkt. Ich war neugierig auf die Bundesliga, motiviert, mich sportlich und auch persönlich weiterzuentwickeln. Zudem hatte ich den notwendigen Rückhalt aus meiner Familie und meinem Umfeld, das mich ermutigte, diesen Schritt zu wagen.

Welches waren die grössten sportlichen Erfolge im Laufe Ihrer Karriere?

K. W.: Neben den Schweizer Meistertiteln 2003 und 2007 und den Schweizer Cup-Siegen 2003, 2004 und 2006 waren dies der Vize-Meistertitel in Deutschland 2009 und die Teilnahme am Deutschen Pokal „Final Four“ 2013. Stolz bin ich auch auf die persönlichen Auszeichnungen wie der Award „Beste Schweizer Spielerin“ 2014, der Award „Beste Schweizer Spielerin“ 2016 und Schweizer Rekordnationalspielerin 2018.

Gibt es noch andere Sportarten, die Sie verfolgen?

K. W.: Ich bin sehr interessiert am Sport ganz allgemein. Das geht auch über die Region St. Gallen hinaus. Beruflich habe ich viel mit den Eishockeyanern des EV Zug zu tun. Natürlich fiebere ich mit Roger Federer mit, aber auch Beach Volleyball und Unihockey sehe ich gerne. Eigentlich kann ich mich für jeden Sport begeistern. Als Expertin beim Sportsender MySports von UPC darf ich regelmässig die spannendsten Handball Nationalliga A Spiele der Schweizer Männer Liga sowie der Champions League begleiten.

Sind Sie persönlich auch noch sportlich aktiv oder sind Sie durch Ihre Engagements als Unternehmerin und Politikerin vollständig absorbiert?

K. W.: Leider bleibt momentan viel zu wenig Zeit, um mich zu bewegen. Ich versuche jedoch, so viel wie möglich an die frische Luft zu kommen, zu joggen oder mit dem Bike unterwegs zu sein. Auch im Kraftraum trifft man mich regelmässig an. Wer sein Leben lang Sport gemacht hat, kann nicht einfach darauf verzichten.

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