Presse

17.10.2019 Sarganserländer

Vier gewinnt

Am Jahrmarkt in Oberterzen hat die FDP Quarten einen Wahl-Wettbewerb durchgeführt. Die Wahl ist noch offen, die vier Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs stehen fest.

Oberterzen. FDP-Quarten-Präsident Rainer Giger hat am Jahrmarkt in Oberterzen einen vollen Erfolg verzeichnet. Viele Besucher informierten sich über das politische Geschehen. Zu reden gaben etwa der Klimawandel und die viel diskutierten Kohlenstoffdioxid-Abgaben. Ständeratskandidat Marcel Dobler und die Nationalratskandidaten Karin Weigelt, Beat Tinner, Stefan Britschgi, Brigitte Bailer sowie Oskar Seger verwiesen unisono auf die Innovation und technologische Entwicklung. Die Industrie entwickle seit Jahren neue Produkte, mit denen der Energieverbrauch laufend gesenkt werde. «Das wird auch mit Hochdruck weitergetrieben», meinte Marcel Dobler. Eine Kohlenstoffdioxid- sowie eine Flugbenzin-Abgabe könne nur gemeinsam mit den Europäischen Staaten realisiert werden.

Die Forderung der GLP, dass die Schweiz eine Vorreiterrolle spielen solle, wurde an der Diskussion in Oberterzen klar abgelehnt. Gerade die Berggebiete würden damit gegenüber den grossen Agglomerationen stark benachteiligt und müssten eine zusätzliche Abwanderung befürchten.

Tell, Furgler oder Dobler?

Die FDP Quarten hat an ihrem Marktstand auch einen lustigen Wettbewerb durchgeführt. Die Frage lautete: Wie heisst der nächste mögliche Ständerat des Kantons St.Gallen? Zur Auswahl standen: Wilhelm Tell, der frühere Bundesrat Kurt Furgler und FDP-Nationalrat Marcel Dobler. Den Wettbewerb gewonnen haben schliesslich Marlies Giger, Unterterzen, Natascha Gmür, Neftenbach, Peter Gätzi, Quarten, und Benedikta Schelbert, Tscherlach. Sie alle erhalten je eine Tageskarte der Flumserberg Bahnen. (pd)

15.10.2019 St.Galler Tagblatt

«Paddeln, paddeln, paddeln»

Was entscheidet über den Erfolg? Drei Jungunternehmer und ein Patron erzählen.

Thomas Griesser Kym

Drei Jahre nach der Gründung sind nur noch 20 Prozent aller Start-ups am Leben. Das zeigen Studien. Worauf kommt es an, um Erfolg zu haben? «Die Ansprüche an die Gründer sind gestiegen», weiss Simon May, Geschäftsführer des Instituts für Jungunternehmen (IFJ).

Am 10. St.Galler Start-up-Forum im Rahmen der Olma haben drei Jungunternehmer von ihren Erfahrungen berichtet. Ein zentraler Punkt ist demnach das Timing. Welche Trends sind gerade in, was wünschen die Kunden, und wie kann man ihnen zu einem Erlebnis verhelfen? Antworten auf solche Fragen erachtet Roman Hartmann als zentral, Co-Gründer von Farmy.ch. Auf diesem Online-Marktplatz können Konsumenten vor allem aus dem Raum Zürich und Genfersee 10000 Produkte, von Obst und Gemüse über Fleisch bis zu Wein, von 1000 regionalen Produzenten und Bauern bestellen und sich per Elektrofahrzeug nach Hause liefern lassen.  Das erspare den Kunden zeitraubende Einkäufe im Supermarkt, sei dank Informationen zu allen Anbietern vollständig transparent und erfülle den Wunsch vieler Konsumenten nach Regionalität. Besondere Trümpfe sind laut Hartmann die Bestellungsverfolgung und die Frische: «Unsere Lebensmittel sind zwei bis drei Tage frischer als jene aus dem Supermarkt. Der Kunde spürt das.»

Eine wichtige Rolle spielt das Timing auch laut Daniel Baur, Co-Gründer der eMonitor AG. Diese hat für Wohnungssuchende die Bewerbung für Mietwohnungen digitalisiert und zählt mittlerweile Vermieter wie die Stadt Zürich, die Genossenschaft ABZ, Livit oder AXA zu ihren Kunden. Laut Baur ist es ein zentraler Faktor, dann am Start zu stehen, «wenn sich die Welle am Aufbauen ist». Also wenn ein Trend entsteht und die Konkurrenz noch kaum existent ist. Das heisst auch, man darf nicht zu früh sein. Baur kennt das aus eigener Erfahrung, als er vor einigen Jahren für Red Bull eine Instagram-Kampagne orchestrierte. Nur war damals in der Schweiz noch kaum jemand auf Instagram. Nach dem Start gehe es vor allem um eins: «Paddeln, paddeln, paddeln.» Das heisst: Die ganze Energie in das Projekt stecken, aus Fehlern lernen, vorwärts kommen, und: «Man muss es gern tun.»

«Mit einem weissen Blatt Papier zum Kunden»

Das Produkt lieben, die Arbeit gerne machen, etwas wagen – das sind auch Grundsätze von Karin Weigelt, die vor knapp einem Jahr die Spunky Spirit GmbH für Projekt- und Kommunikationsmanagement gegründet hat. «Ganz wichtig ist auch Netzwerken», nicht zuletzt um bei Bedarf auf externes Know-how zugreifen zu können. Weigelt, früher Handball-Profi und Rekordnationalspielerin, hat gelernt, eine Mannschaft zu führen und Ziele zu erreichen. Und: «Im Spitzensport muss man aufgehen.» Für sie sei darum klar gewesen, nach der sportlichen Karriere auch im Beruf danach aufgehen zu wollen. «Ich habe die Selbstständigkeit gesucht. Ich will selber etwas aufbauen und Projekte leiten.» Ihr Credo sei es, «mit einem weissen Blatt Papier zum Kunden zu gehen und erst ganz zum Schluss Massnahmen zu beschliessen, anstatt dem Kunden fixfertige Kommunikationskonzepte überzustülpen.» Ihr Leitspruch: «Just do it, Just do it, Just do it.»

Vor den Jungunternehmen sprach ein gestandener Unternehmer: Ernst Möhl von der Mosterei Möhl in Arbon. Seine Rezepte unterscheiden sich gar nicht gross von jenen der jungen Generation. Die Qualität müsse stimmen, man müsse gerne verkaufen und gerne Kontakt haben, etwa zu den Kunden oder den Besuchern im hauseigenen MoMö-Museum. Als Möhl vor 45 Jahren als 23-Jähriger nach dem Tod des Vaters ans Steuer kam und bald darauf auch sein Bruder, gab es 30 Mostereien in der Schweiz, und ihr Unternehmen war regional ausgerichtet. Heute teilen sich Möhl und Ramseier 97 Prozent des Mostereimarkts auf. «Wir haben Marken entwickelt und betreiben Werbung. Das gab es zu ­Vaters Zeit nicht», sagt Möhl.

Inzwischen führt eine neue vierköpfige Geschäftsleitung, da­run­ter ein Sohn und ein Neffe Ernst Möhls, die Mosterei. Die Wachablösung wurde über mehrere Jahre vollzogen. Was es dafür braucht? «Vertrauen», sagt Ernst Möhl, und das mehrmals.

11.10.2019 Sarganserländer

Was für den Tourismus in der Region wichtig ist

Die Podiumsreihe «Prominente Gäste – persönlich erleben» hat im Kursaal des Grand Resort Bad Ragaz gastiert. In diesem Rahmen wurde darüber diskutiert, welche Rolle Sport und Gesundheit im Tourismus spielen.

Bad Ragaz.– Pascal Jenny, zwölf Jahre Tourismusdirektor in Arosa, Karin Weigelt, Unternehmerin und Profi-Handballerin aus Sargans, sowie Andreas Deuber, Leiter des Instituts für Tourismus und Freizeit (ITF) an der Fachhochschule Graubünden, nahmen im Rahmen der Podiumsreihe «Prominente Gäste – persönlich erleben» die Frage auf, welche Rolle Sport und Ge- sundheit in der Vergangenheit für den Tourismus gespielt haben und welche Bedeutung diesen heute und morgen zukommt. Das Podium wurde von Edith Kohler-Kobler, Trainerin und Moderatorin, kompetent geführt. Sie eröffnete das Gespräch mit der Würdigung von Bad Ragaz als einen der Geburtsorte für den Gesundheitstourismus.

Unterschiedliche Standpunkte und Bewertungen

Pascal Jenny ist ein erfahrener Touristiker, der nach eigenen Angaben auch einmal Regeln bricht, innovative Ideen entwickelt und entsprechend umsetzt. In Arosa funktioniere das Konzept mit Gesundheit und Tourismus sehr gut. Der Overtourismus im Unterland bringe wieder mehr Gäste nach Arosa, diese wollen die frische Luft, die Ruhe, die Natur, das Wandern, Trail Running, Biken, Wellness und eine gute Gastronomie erleben. Die Einheimischen hätten gelernt, wieder Gastgeber zu sein.

Willkommenskultur wichtig

Karin Weigelt weilte elf Jahre im Ausland, dadurch habe sie einen Blick von aussen auf die Tourismusdestination Schweiz. Es werde sehr viel auf Heidi, das Postkartenimage, die Natur und auf Käse reduziert. Dabei habe die Schweiz viel mehr zu bieten. Die hohe Qualität, die politische Stabilität und die grosse Sicherheit seien wichtige Entscheidungsfaktoren, ob jemand in die Schweiz komme. Man dürfe den Tourismus aber nicht isoliert betrachten. Für Weigelt ist eine herzliche Will- kommenskultur besonders wichtig, denn so fühlen sich die Gäste wohl.

An Traditionen anknüpfen

Für Andreas Deuber ist es klar, im Tourismus muss wieder vermehrt an den Schweizer Traditionen angeknüpft werden, darauf sei weiter aufzubauen. Gerade in den Berggebieten sei der Tourismus ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Er schaffe Arbeitsplätze, bringe Wertschöpfung und verhindere die Abwanderung. Deuber bestätigt die Wichtigkeit der Gastgeberrolle, die Freundlichkeit der Einheimischen, diese sei zentral für den touristischen Erfolg. Marketing nach innen sei genauso wichtig, die Einheimischen wollen bei der touristischen Entwicklung einbezogen sein und Konzepte verstehen, so seien sie in der Lage, für diese einzustehen. (pd)

10.10.2019 Sarganserländer

Karin, Nirosh, Thomas – oder wenn Facebook wählen würde

Welchen Nationalratskandidaten aus dem Sarganserland misst die Facebook-Gemeinde am 20. Oktober die grössten Wahlchancen bei? Die Antworten sind teilweise ebenso überraschend wie wenig erklärbar.

von Reto Vincenz

In zehn Tagen wird an der Urne die Frage beantwortet, ob das Sarganserland acht Jahre nach Elmar Bigger (SVP) wieder eine Nationalrätin oder einen Nationalrat erhält. 15 Damen und Herren bewerben sich, breit akzeptiert ist die These, dass nur die sechs Exponenten auf den Hauptlisten der Bundesratsparteien eine Wahlchance haben. Walter Gartmann (SVP), Thomas Warzinek und Stefan Kohler (CVP) und Bernhard Hauser (SP) müssten sich dabei gegen eine(n) Bisherige(n) durchsetzen, nur auf der FDP-Liste mit Karin Weigelt ist ein Sitz «vakant» – wenn die FDP diesen denn verteidigt. Jörg Tanner (GLP) hofft, dass seine Partei einen Sitz erobert – und dieser an ihn fallen wird.

Karin, Nirosh, Thomas

Der Wahlkampf im Vorfeld des Wahlsonntags läuft unter anderem auch auf verschiedenen Social-Media-Plattformen wie Twitter, Instagram oder Facebook. Letztere hat die Redaktion für eine Umfrage genutzt. Die gestellte Frage, die bis am Dienstag von 350 Personen beantwortet worden ist: Welchem der 15 Kandidatinnen und Kandidaten messen sie am 20.Oktober die grössten Wahlchancen bei? Die Siegerin: Karin Weigelt, der 85 Personen die Wahl zutrauen. Es folgen Thomas Warzinek (79 Stimmen), der Jungfreisinnge Nirosh Manoranjithan (65), Walter Gartmann (31), Stefan Kohler (30) und Jörg Tanner (19). Bernhard Hauser (5) folgt fast am Schluss, noch hinter den Jung-CVPlern Peter Schumacher (13) und Roman Guntli (6).

Weigelt einsame Spitze

Natürlich, eine nicht kontrollierbare und kaum repräsentative Facebook-Umfrage tatsächlich als Gradmesser für die Wahlen vom 20. Oktober zu nehmen, verbietet sich. Dennoch zeigt das Resultat, dass sich die Arbeit der Kandidatinnen und Kandidaten auf den Social-Media-Plattformen mindestens dann auszahlt, wenn solche Umfragen auch unter den dortigen Nutzerinnen und Nutzern durchgeführt werden. Bernhard Hauser etwa ist weder auf Facebook noch auf Instagram wirklich aktiv. Entsprechend scheint er dort auch kein Thema zu sein. Ganz anders Karin Weigelt. Die frühere Spitzenhandballerin erreicht auf Facebook als einzige der Kandidatinnen und Kandidaten die Maximalzahl von 5000 Freunden. Hinzu kommen 1700 Instagram-Follower, zudem nimmt sie regelmässig an Diskussionsrunden teil, die live auf diesen Kanälen übertragen werden. Und sie twittert fleissig.

Mit Weigelt kann niemand auch nur annähernd mithalten. Kohler und Manoranjithan – er hat die Umfrage des «Sarganserländers» unter seinen Freunden geteilt, wie er auf Anfrage sagte – sind auf Facebook und Instagram zwar regelmässig aktiv bzw. machen sie dort auch Wahlkampf, zu mehr als je rund 1300 Freunden reicht es ihnen aber nicht. Auf Instagram sind es 327 (Kohler) bzw. 566 Follower bei Manoranjithan.

Immer wieder politischen Inhalt posten auch Jörg Tanner und Thomas Warzinek. Tanner macht die Zahl seiner Facebook-Freunde nicht publik, Warzinek kommt auf 456. Auf Instagram ist Tanner deutlich aktiver als Warzinek, entsprechend ist die Zahl seiner Follower erheblich grösser.

Walter Gartmann auf Platz 4 ist übrigens auf Facebook gar nicht aktiv. So hat er zwar einen Account und 780 Freunde, sein letzter Eintrag stammt aber vom 7. Juli 2017 – und auch da hat er nicht mehr als sein Profilbild gewechselt. Immerhin ist er auf Instagram aktiver, postet Wahlpropaganda und schöne Heimatbilder.

(K)ein Gradmesser

Ob die Social-Media-Aktivitäten der Kandidatinnen und Kandidaten und ihre Beliebtheit auf diesen Plattformen tatsächlich Auswirkungen auf das Ergebnis am 20. Oktober haben, ist offen. Wenn dem so wäre, müsste Karin Weigelt weit vorne liegen. Denn nur sie hat einen – über alle Plattformen gesehen – professionellen Onlineauftritt.

(Fast) alle anderen markieren ebenfalls Präsenz, ohne die Möglichkeiten aber nur annähernd auszuschöpfen.

09.10.2019 Wiler Nachrichten

Yvonne Gilli zu Gast bei der politischen Woche

Am Sonntag, 6. Oktober wurde die neunte Sendung des Politformats von und mit Michael Götte (SVP) und Karin Weigelt (FDP) live auf Facebook ausgestrahlt. Die beiden Nationalratskandidaten haben zusammen mit Gast Yvonne Gilli (Grüne) die Themen der Woche diskutiert.

Bei diesem überparteilichen Diskussionsformat bringen die Gesprächsteilnehmer jeweils ein Thema mit. So wurde über die Liberalisierung der Arbeitszeit für KMU – plötzlich ein Anliegen der Sozialdemokraten, den Landschaftsschutz gegen Wasserkraft: Lohnt es sich für einen Stausee unberührte Natur zu opfern und die Verschlüsselung auf Facebook & Co: Schutz der Privatsphäre oder Freipass für Kriminelle diskutiert. Abschliessend wurde die Publikumsfrage rund um den Bauboom, den Leerwohnungsbestand und das verdichtete Bauen – beantwortet. Das ganze Gespräch gibt es jetzt auf Facebook unter „Die politische Woche“ zum Nachschauen. Die letzte und zehnte Sendung wird am kommenden Sonntag um 20:30 Uhr wiederum live auf Facebook ausgestrahlt. Zu Gast wird dann Ruedi Blumer von der SP sein.

04.10.2019 Linthzeitung

Weltklasse-Handballerin spricht über Ambitionen

Die ehemalige Weltklasse-Handballerin Karin Weigelt sprach beim Civitan Service Club Zürichsee Rapperswil-Jona über ihre Erfahrungen als Profihandballerin und über ihre Ambitionen für die FDP einen Nationalratssitz zu holen.

Bis im letzten Sommer war Weigelt eine der besten Handballerinnen der Schweiz. Die Handball Karriere startete sie beim LC-Brühl St. Gallen. Im Schweizer Handball Nationalteam spielte sie 127 Mal und schoss nahezu 400 Tore. 2007 wechselte die damals 23-Jährige zu Leverkusen. Später ging es nach Stationen in Sindelfingen und Göppingen nach Kristiansand (Norwegen) und Celles-sur-Belle (Frankreich). «Ich hatte eigentlich gar nie geplant, so lange im Ausland zu spielen, aber es haben sich immer wieder neue Möglichkeiten ergeben», meinte Weigelt. Nach sieben Jahren Bundesliga sei die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Das Angebot aus Norwegen kam von daher wie gerufen.  

In Deutschland, Norwegen und Frankreich hatte sie einen Profi-Status. Sie habe daneben aber trotzdem in Teilzeit gearbeitet oder ihren Master im Fernstudium abgeschlossen. So kann sie nach dem Ende ihrer Handballkarriere beruflich einiges vorweisen. In der Schweiz könne man vom Profi-Handball nicht leben. In Deutschland, Norwegen und Frankreich war das jedoch möglich, denn dort hat der Frauenhandballsport einen viel grösseren Stellenwert. Und wer nebenher arbeitet oder studiert, erfährt noch viel grösseren Respekt.  

Herausforderungen annehmen

«Heute bin ich immer noch leidenschaftlich mit dem Handball verbunden. Ganz wichtig war mir, dass ich immer auf die Unterstützung meiner Eltern zählen konnte. Sie sagten: versuch es, wenn es nicht klappt, kommst du einfach wieder heim. In einem fremden Land, in einer fremden Umgebung zu leben und somit aus der Komfortzone auszubrechen, ist eine grosse Herausforderung. Da braucht es Leute, die dein Vorhaben unterstützen. Das ist auch meine Botschaft, die ich gerne weitergebe: Trau dich auch mal, etwas zu machen, was nicht unbedingt von dir erwartet wird. Überlege, was dir wirklich wichtig ist. Und vor allem: wenn du eine Chance siehst, dann nutze sie!»  

Karin Weigelt wohnt in Sargans, ist selbständige Unternehmerin und hat unter anderem ein Mandat beim Schweizerischen Handballverband. Dort ist sie verantwortlich für den Aufbau des ersten nationalen Leistungszentrums im Frauenhandball. 

Jetzt politisches Engagement

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz war für Karin Weigelt klar, dass sie sich aktiv in der Schweiz einbringen will. Die Politik biete dazu vielfältige Chancen. Gerne will sie ihre internationalen Erfahrungen und die Erkenntnisse, die sie in anderen Kulturen erlebt hat, in die Schweizer Politik einfliessen lassen und kandidiert deshalb bei den Nationalratswahlen für die FDP des Kantons St. Gallen. Früher wurde zuhause oft über Politik diskutiert, ihr Vater Peter Weigelt war von 1995 bis 2007 selbst im Nationalrat. Das Politisieren hat Karin Weigelt somit bereits im Blut.

01.10.2019 Spar Kundenmagazin

Neue Handball-Akademie Frauen peilt Weltniveau an

Im Sommer 2020 eröffnen in Cham das Nationale Leistungszentrum für Handball.

Das OYM Kompetenzzentrum für Spitzenathletik und Forschung wird ab 2020 die neue Heimat von bis zu 16 hochtalentierten und ambitionierten Nachwuchshandballspielerinnen im Alter von 15 bis 20 Jahren sein. Im OYM, was „On Your Marks“ und soviel wie „auf die Plätze“ bedeutet, stehen für die Besten der Besten eine Top-Infrastruktur, ideale Trainingsbedingungen und Leistungstests auf absolutem Weltstandard bereit. *Es gibt kein vergleichbares Sportzentrum in der Schweiz und folglich keine bessere Adresse, um eine internationale Karriere zu starten“, sagt die ehemalige Nationalspielerin Karin Weigelt (35), Projektleiterin der neuen Handball-Akademie Frauen.

Sport und Ausbildung laufen parallel

Die Kombination aus Athletik-, Technik- und Handballtraining mit Leistungsdiagnostik, Physiotherapie, Mentaltraining und Ernährungsberatung unter einem Dach garantiert höchste Qualität. Zudem ergänzt die integrierte Sportschule OYM College eine ganzheitliche Spitzensportentwicklung. Sportbegleitend kann eine KV-Lehre oder die Matura mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht im Kompetenzzentrum OYM abgeschlossen werden. Dieses duale System stellt sicher, dass auch die berufliche Ausbildung der Spielerinnen auf sehr hohem Niveau erfolgt und die Eltern die sportliche und berufliche Entwicklung gewährleistet sehen.

(Karin Weigelt hat bis vor wenigen Monaten in der Schweizer Nationalmannschaft sowie 11 Jahre als Handball-Profi in den höchsten Ligen in Deutschland, Norwegen und Frankreich gespielt.)

27.09.2019 regiosport.ch

KARIN WEIGELT: „DIE SCHWEIZER SPORTVEREINE LEISTEN UNGLAUBLICHES“

Nach einer beeindruckenden Karriere als Spitzensportlerin baut Karin Weigelt nun ihre eigene Marketing-Firma auf. Aus einer Unternehmer- und Politikerfamilie stammend, hat sie sich aber auch politisch hohe Ziele gesteckt. Die Schweizer Handball-Rekordnationalspielerin mit Auslanderfahrung kandidiert als Vertreterin des Kantons St.Gallen auf der Hauptliste der FDP für den Nationalrat.

von Jürg Grau

regioSPORT.ch: Karin Weigelt, Sie kommen aus dem Handballsport. Bewegen Sie auch nach der erfolgreichen Aktivkarriere etwas für die Zukunft Ihres Sports?

Karin Weigelt: Handball war über viele Jahre meine ganz grosse Leidenschaft. Ich durfte sehr viel von der Lebensschule Sport profitieren und will meine Erfahrungen aus 11 Jahren internationalem Profi-Sport gerne auch in der Schweiz einbringen. Mit meinem Mandat für die Projektleitung zum Aufbau des ersten nationalen Leistungszentrums für Schweizer Handballerinnen kann ich genau das tun. Mit der Handball Akademie schaffen wir neue Strukturen und professionalisieren das Trainingsumfeld unserer jungen Talente in einem einzigartigen Kompetenzzentrum, das Sport, Ausbildung, Prävention und sportmedizinische Betreuung vereint. Dass wir dabei Synergien mit den Eishockeyaner des EV Zug nutzen können, freut mich besonders. Für den Frauenhandball in der Schweiz ist das ein ganz wichtiger Schritt.

Im Nationalrat gibt es viel zu tun? Was können Sie einbringen?

K. W.: Ich hatte die Möglichkeit, während meiner Zeit im Ausland von aussen auf die Schweiz zu schauen. Das ermöglicht klarer zu erkennen, in welchen Bereichen die Schweiz gut aufgestellt ist, jedoch auch, wo andere Länder bessere oder andere Lösungen gefunden haben. In Norwegen habe ich beispielsweise eine offene und tolerante Gesellschaft erlebt, in der die Gleichberechtigung bereits verinnerlicht ist. So ist der Stellenwert von Frauen und Männern in der Wirtschaft wie auch in der Politik praktisch gleich. Dies gilt auch für den Sport und dessen Präsenz in den Medien. Ausserdem sind uns die Norweger in der Digitalisierung mindestens zwei Schritte voraus. Beispielsweise sind die elektronische Identität (e-ID) und die digitale Gesundheitsakte bereits standardmässig im Gebrauch.

Andererseits erlebte ich ein Frankreich, das unter dem Zentralismus leidet und in aufwändiger Bürokratie untergeht, während die Provinzregionen vernachlässigt und vergessen werden. Diese und viele weitere Erfahrungen zusammen mit den Lehren aus dem Spitzensport haben mir klar gemacht, dass ich in einer Schweiz leben möchte, wo Eigeninitiative und Selbstverantwortung möglich sind, wo Mut belohnt wird und Innovationen gefördert werden. Für diese Werte setze ich mich ein. Denn sie waren mir nicht nur als Sportlerin wichtig, sondern auch heute als selbständige Unternehmerin und Politikerin.

Man spürt aus Ihren Antworten die zielbewusste Sportlerin und die engagierte Unternehmerin heraus. Welche Werte sind Ihnen als Politikerin wichtig?

K. W.: Respekt ist die Basis für alle Lebensbereiche. Wichtig ist mir aber auch, dass wir optimistisch und zukunftsgerichtet nach vorne schauen. Ich gehe Herausforderungen positiv an, will Chancen nutzen statt Ängste schüren sowie unkonventionelle Ideen zulassen und vor allem auch alte Strukturen überdenken. Die Welt dreht sich und wir uns mit ihr. Ganz nach meinem Lieblingszitat „Leben ist Bewegung und Bewegung heisst Veränderung. Wer nicht bereit ist, sich zu verändern, wird auch nichts bewegen“ stehe ich für eine engagierte und selbstbewusste Politik.

„Sportler für Sportler“ – wie können Sie sich in Bern für die Sportlerinnen und Sportler einsetzen? 

K. W.: Unsere Schweizer Sportvereine leisten Unglaubliches. 70 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden werden jährlich geleistet. Begriffe wie Fairness, Respekt, Durchhaltewille oder Teamgeist werden in Sportvereinen mit Inhalt gefüllt, werden erlebbar und erlernbar. Damit tragen Sportvereine entscheidend zum Erhalt unseres Wertesystems bei, ohne soziale, religiöse oder politische Ausgrenzung. Angesichts dieser Leistungen, die beispielsweise mit positiven Inputs für die Volksgesundheit, einer hohen Integrationsleistung oder sinnvoller Freizeitgestaltung Jugendlicher ergänzt werden könnten, verdienen Sportvereine deutlich mehr Anerkennung. In einer sich immer stärker individualisierenden Welt wichtiger als je zuvor. Sportvereine sind nicht nur an Jubiläen und Festen zu würdigen, sondern ihnen müssen auch im Alltag Rahmenbedingungen gewährt werden, die ihnen ein langfristiges Überleben ermöglichen.

Wie sieht der Endspurt vor dem 20. Oktober aus?

K. W.: Der bleibt engagiert bis zum Schlusspfiff. Wie jeden Sonntagabend um 20:30 Uhr trete ich bis zu den Wahlen in der Live-Talk-Sendung „die politische Woche“ auf, die auf Facebook übertragen wird. Ausserdem trete ich zusammen mit Marcel Dobler bei einer Veranstaltungsreihe zum Thema Jugend&Internet auf (30.9. in St.Gallen, 4.10. in Wil, 9.10. in Rapperswil und am 11.10. in Rorschach). Besonders freue ich mich auf den 10. Oktober, an dem ich die Männerriege in Flawil besuche und mit ihnen ein gemeinsames Training mache. Ein weiteres Highlight steht am 14.10. beim «Start up Forum» an der Olma an, wo ich vor rund 500 Gästen einen Speech über meine unternehmerischen Aktivitäten halte. Es läuft also noch einiges bis zu den Wahlen und das ist auch gut so.

Frau Weigelt, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

23.09.2019 Werdenberger & Obertoggenburger

Überparteiliches Podium in Buchs: Politiker wollen Volksrechte verteidigen und die Isolation der Schweiz vermeiden

Die überparteiliche Diskussion im «Buchserhof» zeigte, wofür die einzelnen Kandidaten einstehen. Das Publikumsinteresse war jedoch ziemlich klein.

von Adi Lippuner

Eines gleich vorweg: Das Engagement der Jungen SVP mit Sascha Schmid als Präsident brachte bezüglich Zuhöreraufmarsch Ernüchterung bei den Organisatoren. Nebst den vier Podiumsteilnehmern, Karin Weigelt, FDP, Thomas Warzinek, CVP, Mike Egger und Lukas Reimann, beide SVP, und dem Gesprächsleiter Sascha Schmid, fanden sich noch 15 Personen ein. Einig waren sich die Kandidatin und die drei Kandidaten, dass es wenig überparteiliche Veranstaltungen im Vorfeld der Wahlen gibt und diese Diskussion am Freitagabend deshalb umso wertvoller war.

Geht es um das Rahmenabkommen, plädiert Karin Weigelt für die Eigenständigkeit der Schweiz sowie für eine Einigung auf bilateralem Weg. Für Thomas Warzinek ist klar, dass Souveränität und Neutralität der Schweiz wichtig sind. «Eine Isolation muss aber unbedingt vermieden werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, sonst gibt es nur Verlierer.» Für die SVP-Vertreter ist klar, dass die Schweiz den Handel mit Europa weiterhin braucht, «aber nicht um jeden Preis. Es gibt noch viel zu viele Knackpunkte, die verhandelt werden müssen», so Mike Egger. Einig waren sich alle, dass der vorliegende Vertrag in dieser Form nicht mehrheitsfähig ist.

Zu viele Interessenvertreter in Gesundheitskommission

Sowohl Lukas Reimann als auch Mike Egger sind der Ansicht, dass sich mit der aktuellen Konstellation in Bern – die Mehrzahl der Mitglieder der Gesundheitskommission sind Interessenvertreter – kaum etwas ändert. Karin Weigelt möchte die Leistungen der Grundversicherung auf die Grundversorgung beschränken, und der Arzt Thomas Warzinek nimmt seine Berufskolleginnen und Kollegen mit der Forderung «Wirtschaftlich, zweckmässig und wirksam» in die Pflicht. Die Formel «WZW» bedeute, dass dies bei jeder Behandlung eines Patienten im Zentrum stehen müsse.

Westschweizer Kantone halten besser zusammen

Geht es um die Stellung der Ostschweiz, bemängelt Lukas Reimann den Zusammenhalt der Kantone. «Kaum jemand identifiziert sich mit dem Begriff Ostschweiz, für alle Vertreter in Bern steht nur der eigene Kanton auf dem Radar. Da haben uns die Westschweizer viel voraus, ob Genfer, Waadtländer oder Jurassier, wenn es um ein Anliegen aus der Romandie geht, stehen alle kantonsübergreifend zusammen und erreichen deshalb viel mehr als wir aus der Ostschweiz.»

18.09.2019 regioSPORT

KARIN WEIGELT: „DIE NEUEN MEDIEN BIETEN CHANCEN FÜR ALLE SPORTARTEN“

(JG) Eine hochkarätige Runde diskutierte am Dienstagabend, 17. September 2019, im Hotel Säntispark, St.Gallen, über das Thema „Sport und Medien – gegenseitig Zwang oder Chance?“ regioSPORT.ch war dabei.

Unter der Gesprächsleitung von Fritz Bischoff, Sportjournalist SRF, diskutierten Claudia Lässer, Leiterin Teleclub Sport & Zoom, Zürich; Karin Weigelt, Unternehmerin und langjährige Profi-Handballerin in den Top-Ligen Europas, sowie Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen und langjähriger Sport-Moderator und -Reporter beim Fernsehen SRF.

Die auch via Facebook gestreamte Podiumsdiskussion mit den prominenten Teilnehmenden entwickelte sich schnell zu einem lebhaften und interessanten Gespräch; die angesetzte Dauer von 1 Stunde verging wie im Fluge.

Claudia Lässer stellte klar, dass für das Geschäftsmodell des Bezahlfernsehens der Erwerb von Übertragungsrechten attraktiver Sportarten essentiell seien. Das Interesse müsse bereits vorhanden sein, Teleclub könne nicht in den Aufbau neuer Sportarten investieren. Sie unterstrich zudem die zunehmende Bedeutung und die Chances des Zusammenspiels von TV und Social Media Kanälen.

Matthias Hüppi sah die Zusammenarbeit mit den Medien positiv. Er stellte auch fest, dass neue Kanäle wie Social Media an Bedeutung gewännen, ebenso wie die hauseigenen Medien FCSG-TV und FCSG-Radio. Eher skeptisch beurteilte er das sinkende „Niveau“ der Meinungsäusserungen im Internet.

Karin Weigelt wies darauf hin, dass die neuen Medien grosse Chancen böten für alle Sportarten, die von den Mainstream-Medien nicht in gleichem Masse unterstützt würden wie die „Grossen“, sprich Männer-Fussball Super League, Männer-Eishockey NLA oder Ski alpin. Andere bekämen in der Regel nur dann Sendezeit, wenn sie mit ausserordentlichen Erfolgen für Schlagzeilen sorgen könnten. Sie sah deshalb für Handball und andere Sportarten eine Doppelstrategie: Zum einen mit solider Aufbauarbeit und Leistungszentren die Basis für den sportlichen Erfolg legen und zum zweiten durch die Nutzung neuer Medien mit spannenden Inhalten für Aufmerksamkeit und Interesse sorgen. Internet-Kanäle wie Live-Streaming, Facebook, Instagram und neue Plattformen wie regioSPORT.ch könnten helfen, ein grösseres Publikum aufzubauen, das emotional verbunden sei und das Interesse von Sponsoren steigen lasse.

Hier geht’s zum Originalbericht auf www.regiosport.ch

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