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Die Ostschweiz 12.04.2019

Wer heute Nachhaltigkeit fordert, darf nicht nur von Umweltschutz und Klimawandel sprechen.

Natürlich ist der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen wichtig, doch diese offensichtliche Nachhaltigkeit allein genügt nicht. Nachhaltigkeit ist vielmehr ein liberaler Auftrag, der sich in allen Politikbereichen durchsetzen muss. Denn ob in der Ressourcenpolitik, Bildungspolitik, Finanzpolitik, Gesundheitspolitik etc., unser heutiges Handeln und Entscheiden muss darauf ausgerichtet sein, dass wir künftigen Generationen keine Lasten überlassen und ihnen damit ihren Handlungsspielraum einengen. Wer Nachhaltigkeit fordert, der muss auch Selbstverantwortung übernehmen!

Freiheit und Verantwortung sind unteilbar. Diese Gleichung ist heute wohl unbestritten, quer durch alle politischen Lager. Etwas unterschiedlicher sind die Meinungen, wenn die geforderte Verantwortung definiert werden soll. Für den liberal denkenden Bürger bedeutet diese Verantwortung, dass wir mit unserem heutigen Verhalten die Freiheiten und Chancen künftiger Generationen nicht beeinträchtigen dürfen. Dazu gehören selbstverständlich unsere Umwelt, unsere Ressourcen oder unser Klima. «Wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut», wird an der Klimademo gerufen. Ich freue mich sehr, dass die Jungen sich aktiv engagieren. Doch Nachhaltigkeit ist eine Haltung, die weit über Umweltfragen hinaus geht.

Umfassender liberaler Auftrag in allen Politikbereichen

Nehmen wir das Beispiel der Finanzpolitik. Wenn wir uns hier nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausrichten, dann ist es absolut klar, dass wir keine Schuldenpolitik mehr betreiben dürfen. Denn jeder Franken an neuen Schulden, den unsere Generation nicht abtragen kann, übergeben wir unseren Nachkommen. Die nächsten Generationen starten, wenn wir unsere aktuelle Politik weiterführen, mit einem riesigen Schuldenberg. Da nützt auch die viel gerühmte Schuldenbremse wenig, denn diese hat ihre Wirkung längst verloren. Es muss also das Ziel einer nachhaltigen Finanzpolitik sein, die Kassen so in Ordnung zu bringen, dass zukünftige Generationen nicht die Versäumnisse ihrer Eltern zu bezahlen haben.

Ähnliches kann man auch am Beispiel der Bildungspolitik darstellen. Eine nachhaltige Bildungspolitik richtet sich auf künftigen Herausforderungen aus, an denen sich die kommende Generation zu messen hat. Ein auf Besitzstandwahrung und regionale Abgrenzung ausgerichtetes Schulsystem wird nie in der Lage sein, die Schülerinnen und Schüler von heute angemessen auf die Herausforderungen einer digitalen Umwelt vorzubereiten. Denn es braucht vermehrt durchlässige Systeme, die orts- und stufenunabhängig dem individuellen Lebensentwurf entsprechen. Zu überdenken sind auch die bestehenden Lehrgebiete und somit eine Veränderung in fächerübergreifende Gefässe. Durch die Automatisierung vieler Jobs sind vermehrt vernetztes Denken, kreative und innovative Lösungen sowie eine starke Sozialkompetenz gefragt. Alles Dinge, die den Menschen in seiner Eigenheit von intelligenten Systemen abhebt. Die Förderung des autonomen Lernens stellt ebenfalls eine Voraussetzung für ein lebenslanges Lernen dar, was stärker in den Fokus der Bildungspolitik rücken muss.

In der Gesellschaftspolitik stellt sich die Frage, wer denn nun verantwortlich für die Nachhaltigkeit ist. Ist es der Staat, der Gesetze dazu erlässt und als Regulator eingreift oder sind es nicht viel eher die Bürgerinnen und Bürger, die Konsumentinnen und Konsumenten und mit ihnen auch die Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung stellen müssen? Die oben formulierte Aussage zum Spannungsfeld zwischen Selbstverantwortung und Nachhaltigkeit ist aus meiner Sicht selbstredend: «Wer Nachhaltigkeit fordert, der muss auch Selbstverantwortung übernehmen». Ende letzten Jahres machte beispielsweise das im Nationalrat gescheiterte CO2-Gesetz Schlagzeilen. Viele zeigten empört und mit erhobenem Zeigefinger nach Bern. Dass aber jede und jeder einzelne von uns mit seinem Konsumverhalten ebenfalls Verantwortung trägt, wird spätestens bei der Buchung des nächsten Urlaubziels, bei der Produktewahl im Einkaufszentrum, beim weltweiten Onlineshopping oder beim Entscheid für den grossen SUV vergessen oder zumindest verdrängt.

Nachhaltigkeit heisst liberale Werte erhalten

Das Erfolgsmodell Schweiz droht langsam an Glanz zu verlieren. Während Jahren belegte die Schweiz im Ranking der jährlichen WEF-Studie der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften den Platz Nr.1. Im Jahre 2018 rutsche die Schweiz auf Platz Nr. 4 ab, hinter den USA, Singapur und Deutschland. Nach neun Jahren ungebrochener Spitzenplatzierung muss einem eine solche Zurückstufung zu denken geben. Wenn wir nach dem «warum» fragen, so ist es nicht, dass wir schlechter geworden sind, sondern die anderen besser. Gemäss den WEF-Forschern vor allem in Bereichen, die grössten Einfluss auf die künftige Wettbewerbsfähigkeit haben werden, nämlich die Generierung von Ideen, die Unternehmenskultur aber auch Offenheit und Agilität.

Nachhaltiges Handeln im Sinne einer Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit für künftige Generationen wäre also der anwachsenden Zentralisierung, Bürokratisierung und Harmonisierung den Kampf anzusagen. Dafür wären Innovationen stärker zu fördern, wäre der Wettbewerb durch mehr Konkurrenz zu beleben und mit einer transparenten Informationspolitik Vertrauen und Sicherheit zu schaffen. Unsere heutige Vollkasko-Mentalität und das Streben nach staatlicher Absicherung kann nicht nachhaltig sein, da es zum einen zu immer höheren Staatsausgaben führt und zum anderen unsere Wettbewerbsfähigkeit dramatisch unterhöhlt. Nachhaltigkeit muss sich als Treiber der Zukunft an den liberalen Werten «individuelle Freiheit der Person», «Rechtsstaatlichkeit» und «Recht auf Eigentum» orientieren. Nur wo sinnvolle Anreize vorhanden sind, entstehen auch innovative Konzepte. Besteuerungen und Verteuerungen hingegen lassen Umweltsünden zum Luxusgut werden und verhindern nachhaltige Lösungen für alle zu finden.

Vor diesem Hintergrund muss Nachhaltigkeit vom ökologischen Schlagwort zum Treiber für unsere Politik insgesamt werden.

14.03.2019 Sarganserländer

Hoher Besuch im Handballtraining

Die ehemalige Nationalspielerin Karin Weigelt hat das Handballtraining an der Oberstufe Taminatal in Pfäfers besucht.

An der Oberstufe Taminatal in Pfäfers hat Handball eine lange Tradition. Zu verdanken ist dies dem Oberstufenlehrer Jürg Bamert, welcher vor über zehn Jahren für Schüler, welche ausserhalb des Schulsports Handball spielen wollten, am späteren Freitagnachmittag ein Training anbot. Aus diesem Training entstand sehr bald ein Wahlfach, welches im Stundenplan integriert wurde.

Bamert versteht es, seine Begeisterung für Handball auf seine Schüler zu übertragen. Zurzeit besucht etwa ein Drittel aller Oberstufenschüler dieses Wahlfach. Bamert, er ist inzwischen pensioniert, schafft es jeweils mit neuen Ideen fürs Training, bei den Schü- lern die Freude am Handball hochzuhalten.

Tipps eines ehemaligen Profis

So hat er kürzlich die ehemalige Nationalspielerin Karin Weigelt für die Mitgestaltung eines Trainings eingeladen. Weigelt spielte insgesamt 128 Mal für die Schweizer Nationalmannschaft und erzielte dabei 400 Tore. Mit Brühl St.Gallen wurde sie Schweizermeisterin. Nach dem zweiten Meisterschaftstitel 2007 wechselte sie in die deutsche Bundesliga, wo sie nach Abstechern nach Norwegen und Frankreich vor einem Jahr ihre Profikarriere beendete. Weigelt bleibt auch nach ihrer aktiven Karriere dem Handball erhalten. Vom Verband erhielt sie den Auftrag, eine Akademie für junge Handballtalente aufzubauen.

Allerdings ist das nicht der Grund, warum sie das Training in Pfäfers besucht hat. Sie hat einfach riesige Freude daran, dass in Pfäfers das Wahlfach Handball angeboten wird. Für die Schülerinnen und Schüler und ihren Trainer war es eine grosse Freude, Tipps von einer so erfolgreichen Sportlerin zu erhalten. (pd)

31.01.2019 Blick

Hier will ich rein! 

Ex-Spitzenhandballerin Karin Weigelt kandidiert für den Nationalrat

Das Bundeshaus soll das neue Zuhause von Karin Weigelt (34) werden. Tritt die Quereinsteigerin im Herbst in die Fussstapfen ihres Vaters?

Ehrgeizig ist sie noch immer. «Wenn ich antrete, will ich auch gewinnen», sagt Karin Weigelt über ihre Kandidatur für den Nationalrat. «So war ich schon als Sportlerin. Und so werde ich auch im Wahlkampf auftreten.»

Wird Karin am 20. Oktober für die FDP im Kanton St. Gallen gewählt, wäre sie nicht die erste Weigelt im Nationalrat. Schon ihr Vater Peter sass zwischen 1995 und 2006 für die FDP im Parlament. Jetzt unterstützt er sie in ihren politischen Ambitionen. «Mein Papa ist ein alter Politfuchs, der mir viele wertvolle Tipps geben kann. Das hilft mir sehr.» Ihr Vater war es auch, der sie politisiert hat. «Zuhause am Esstisch wurde viel diskutiert», erinnert sich die Ostschweizerin.

«Beim Handball braucht es Köpfchen. Genau wie in der Politik»

Ihre erste grosse Liebe aber war der Handballsport. Im letzten Jahr beendete die erfolgreichste Schweizer Handballerin aller Zeiten ihrer Karriere. Zuvor spielte sie während elf Jahren im Ausland und sammelte dementsprechend Erfahrungen.

Erfahrungen, die ihr nun in der Politik helfen sollen. «Ich habe als Söldnerin viele Gesellschaftsformen kennengelernt. Gesehen, wie weit Norwegen in der Digitalisierung ist. Erlebt, wie in Frankreich alles bürokratisch ist und zentral über Paris laufen muss. Das alles hat meinen Horizont erweitert.»

Und es habe auch ihren Blick auf die Schweiz geschärft. «Unsere direkte Demokratie und unser Föderalismus haben grosse Vorteile. Bei uns ist die Selbstverantwortung wichtig. Das gefällt mir.»

Dass es viele Handballer nach ihrer Karriere in die Politik und in die Wirtschaft verschlägt, sei kein Zufall, glaubt Weigelt. «Handball ist eine schnelle, komplexe Sportart. Da braucht es auch Köpfchen. Genau wie in der Politik.»

23.01.2019 Sarganserländer

Neujahrsapéro mit Blick aufs Wahljahr 

Es ist bereits zu einer schönen Tradition geworden, dass sich die Frauen des Politischen Frauennetzwerkes Sarganserland (PFS) im Chiliwerk in Walenstadt treffen, um gemeinsam auf das neue Jahr anzustossen. 

Walenstadt.– Präsidentin Edith Kohler sagte in ihrer Ansprache, sie wünsche sich, «dass sich der Elan aus der erfolg- reichen Bundesrätinnenwahl im Dezember 2018 auch in unser anstehendes Wahljahr 2019 fortsetzen lässt». Das Netzwerk plane deshalb für die Nationalratswahlen im September wie auch die Kantonsratswahlen im März Anlässe, um alle Frauen im Wahlkampf zu unterstützen. 

Kandidatin mit an Bord

Umso passender war es, dass die FDP- Nationalratskandidatin Karin Weigelt aus Sargans gleich persönlich vor Ort war und sich dem Frauennetzwerk anschloss. 

Das parteipolitisch unabhängige Netzwerk PFS ist offen für alle, die sich gerne mit engagierten Frauen austauschen und die Förderung von Frauen unterstützen möchten. Die Hauptversammlung findet am Dienstag, 12.März, um 19 Uhr im Giessenpark Bad Ragaz statt. Der Vorstand freut sich über eine rege Teilnahme und Anmeldungen unter www.pfs-sarganser land.ch. (pd) 

Auf gutes Gelingen:

Nationalratskandidatin Karin Weigelt (Erste von links) stösst mit den PFS-Frauen auf das Wahljahr an. 

18.01.2019 Sarganserländer

«Nutze deine Chancen» 

Mit Karin Weigelt ist eine ehemalige Weltklasse-Handballerin ins Sarganserland gezogen. Die letzten elf Jahre spielte sie in Deutschland, Norwegen und Frankreich. Ein Gespräch über Ausbildung, Fondue und Freundschaft. 

mit Karin Weigelt sprach Reto Voneschen 

Bis letzten Sommer war Karin Weigelt eine der besten Schweizer Handballerinnen. 2007 wechselte die damals 23-Jährige zu Leverkusen. Später ging es nach Stationen in Sindelfingen und Göppingen nach Kristiansand (Norwegen) und Celles-sur-Belle (Frankreich), ehe Weigelt für eine Saison nach Göppingen zurückkehrte. Nach der Niederlage in der WM-Qualifikation Anfang Juni 2018 gegen Norwegen beendete sie ihre Karriere. Zurück in der Schweiz, entschied sie sich für die Selbstständigkeit und arbeitet mittlerweile von Sargans aus. Eines ihrer grössten Mandate ist beim Schweizer Handballverband. Seit letztem Oktober ist sie als Projektleiterin der ersten Schweizer Handball-Akademie für Frauen tätig. 

Karin Weigelt, kennen Sie das Sarganserland schon ein wenig?

KARIN WEIGELT: Es ist noch ein wenig Neuland, ich war aber auf schon auf dem Bike hier unterwegs, und kürzlich habe ich Tamina Lumina in winterlicher Umgebung bewundert. Es ist eine sehr schöne, verkehrstechnisch gut erschlossene Region und ich freue mich, Land und Leute näher kennenzulernen. 

Ihre Handballkarriere endete nach der Niederlage in der WM-Qualifikation ziemlich abrupt. Wie fühlte sich das an?

Es gab immer einen Plan A und B. A wäre mir natürlich lieber gewesen, das hätte geheissen, dass wir uns für die WM im letzten Dezember qualifizieren. Plan B, also den Rücktritt, hatte ich schon lange im Hinterkopf. Aber klar, wenns dann so weit ist, fühlt es sich halt doch ein wenig speziell an. 

Sie sagten nach Ihrem Rücktritt, dass ohne den Aktivsport ziemlich viel in Ihrem Leben wegfalle. Haben Sie diese Lücke schon ein wenig gefüllt?

Am Anfang geniesst man das Nichtstun sehr. Endlich mal keine Verpflichtungen und viel Freizeit. Aber mit der Zeit fragt man sich schon: Und was mache ich jetzt? Ich habe mir deshalb auch bewusst Zeit gelassen, bevor ich mich entschieden habe, die Aufgabe beim Handballverband anzutreten. Das tat mir gut. Es gab wieder eine Struktur. Ich habe dem Sport bisher al- les untergeordnet, nun habe ich andere Möglichkeiten, um mich einzubringen, und diese will ich aktiv nutzen. 

Ein Teil der Arbeit ist der Aufbau der Handball-Akademie in Cham. Was heisst das konkret?

Wir starten im Sommer 2020 mit der Akademie. Aktuell schreibe ich das Feinkonzept dafür, führe viele Gespräche mit Spielerinnen, Vereinen, möglichen Sponsoren und weiteren Projektbeteiligen. 

Sie gingen mit 23 Jahren schon ins Ausland und waren dann elf Saisons in Deutschland, Norwegen und Frankreich tätig. Welches war die interessanteste Destination? (lacht) Das fragen mich jeweils alle. Vom Gesamtpaket her war Norwegen das Bedeutendste. Der Sport hat dort einen hohen Stellenwert und Frauenhandball ist fast Nationalsport.

Der Frauensport hat auch den gleichen Stellenwert wie der Männersport. Diese Gleichstellung war schön, zu erleben. 

Hatten Sie dort einen Profistatus?

Ja, in Norwegen und Frankreich. Ich habe daneben noch studiert. Aber als Frauenhandballprofi legt man nicht im grossen Stil etwas auf die Seite. In Deutschland habe ich halbtags gearbeitet. Ein super Ausgleich zum Sport, und für die Zukunft wars eine gute Sache. So konnte ich bei der Rückkehr auch beruflich etwas vorweisen. 

So etwas hört man beispielsweise bei Fussballprofis eher weniger.

Ich hatte eigentlich gar nie geplant, so lange im Ausland zu spielen. Anfangs war der Plan auf zwei Jahre ausgelegt. Es haben sich aber immer wieder neue Möglichkeiten ergeben. Nach acht Jahren in der Bundesliga stellte ich mir die Frage, ob ich wirklich noch eine Saison anhängen soll. Die Lust darauf war nicht so gross, eine Rückkehr in die Schweiz war angedacht, doch dann kam das Angebot aus Norwegen. 

Sie sagten einst, dass Sie im Ausland lernen mussten, dass im Leben nicht alles planbar ist.

Das habe ich relativ früh gelernt. In der Schweiz sind Job und Ausbildung das Wichtigste. Schon junge Spielerinnen wollen ja kein Jahr an der Uni verpassen. Das wird auch vom Umfeld als wichtig erachtet. Im Ausland sieht man aber vieles lockerer. 

In der Schweiz hört man oft das Vorurteil, «du bist ja nur Sportler, arbeitest du auch was Richtiges?».

Das stimmt. In Norwegen, Deutschland oder Frankreich heisst es dagegen «oh cool, Sportler». Und wenn man nebenher studiert, ist der Respekt noch grösser. Der Stellenwert des Sports ist ganz anders. Ich war und bin immer noch total begeistert vom Handball und hatte auch die Unterstützung der Eltern. Das war ganz wichtig. Sie sagten am Anfang, versuch es, wenns nicht klappt, kommst du wieder zurück. In einem fremden Land, in einer fremden Liga zu spielen, das ist eine grosse Herausforderung. Da brauchts Leute im Umfeld, welche dir sagen, los versuch es. 

Ist das nun auch eine Message von Ihnen? Seid mutig?

Ja, im Sinne, macht auch das, was nicht alle von euch erwarten. Überlegt euch, was euch wirklich wichtig ist. Und wenn du die Chance siehst, dann nutze sie auch. 

Handball im Sarganserland ist leider nicht mehr ein grosses Thema. Gabs schon Anfragen?

Ich hätte nichts dagegen, wenn Handball hier wieder etwas bekannter würde. Aber klar, das ist mit viel Aufwand verbunden und entsteht nicht von heute auf morgen. Von Verbandsseite gibt es Anstrengungen, Handball wieder näher an die Schulen zu bringen. Unterstützend kann ich hier schon helfen, aber einen neuen Verein aufzubauen, ist mir momentan aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Ich stehe aber in Kontakt mit einem engagierten Handballtrainer aus Pfäfers. Wir planen, in der nächsten Zeit mal ein gemeinsames Training zu machen. Darauf freue ich mich schon. 

Ihr Vater ist ein bekannter Politiker, sie haben ihre Kandidatur für die Nationalratswahlen bekanntgegeben. Was sind Ihre Ambitionen in der Politik?

Wie ich bereits erwähnt habe, möchte ich mich nach meiner Rückkehr aktiv einbringen. Dazu bietet die Politik viel- fältige Chancen. Natürlich haben wir früher zu Hause oft über Politik diskutiert, und auch während meiner Zeit im Ausland haben mich die Politik und die unterschiedlichen Gesellschaftsformen meiner Gastländer sehr interessiert. Vor diesem Hintergrund erachte ich es als spannende Herausforderung, mich in einem politischen Wahlkampf beweisen zu dürfen und meine internationalen Erfahrungen in die politische Diskussion der Schweiz hineinzutragen. 

Im Ausland wird die Schweiz oft etwas anders wahrgenommen, als wir sie kennen. In einem Interview war zu lesen, dass beispielsweise in Frankreich viele nicht verstanden, warum Sie als Schweizerin nicht fliessend Französisch sprachen.

Ja, das haben damals viele nicht verstanden. Aber es geht uns ja gleich. Viele sagen auch, dass beispielsweise zwi- schen Dänemark, Norwegen und Schweden alles das Gleiche sei, obwohl es deutliche Unterschiede gibt. 

Wie erklären Sie denn im Ausland die Schweiz?

Oft helfen sogenannte «Klischees», beispielsweise, indem man ein Fondue für Gäste zubereitet und über die Schwei- zer Traditionen spricht. Irgendwie ist man immer auch Botschafter seines Landes. Das geht anderen ausländischen Teammitgliedern gleich. Auch die geben dir Eindrücke von ihrem Land und ihrer Kultur mit. 

Was haben Sie aus dem Ausland mitgenommen, ausser, dass man nicht immer alles planen kann?

Mit vielen Leuten umzugehen, mit ihnen klarzukommen. Ich war mehrere Jahre lang Teamcaptain. Es war spannend, zu sehen, wie eine Gruppe funktioniert. Wie Krisen bewältigt werden, wie die einzelnen Personen ticken. Auch das Gefühl, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, ist sehr erfüllend. 

Handball ist ein rauer Sport. Gibt es trotzdem auch Freundschaften mit Gegenspielerinnen?

Klar. Ein Spiel dauert 60 Minuten, danach kann man wieder Freunde sein. Es gibt auch Spielerinnen, die man auf dem Feld nicht ausstehen kann. Die entpuppten sich dann aber privat als sehr umgänglich. Meistens sind ja die, welche man auf dem Feld am wenigsten mag, genau die, welche einem selber am ähnlichsten sind. 

Bereit für neue Taten:

Karin Weigelt hat nach dem Rücktritt diverse Aktivitäten in Angriff genommen.

15.01.2019 – Sarganserländer

Nationale Wahlen im Fokus der lokalen FDP

Am diesjährigen Neujahrsempfang der FDP Bad Ragaz-Taminatal haben vor allem die anstehenden Ständeratswahlen vom 10. März und die Nationalratswahlen vom 20.Oktober im Zentrum gestanden. Die FDP-Ständeratskandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher sowie die FDP-Nationalratskandidatin aus dem Sarganserland, Karin Weigelt, standen Red und Antwort. 
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