Sport

31.01.2019 Blick

Hier will ich rein! 

Ex-Spitzenhandballerin Karin Weigelt kandidiert für den Nationalrat

Das Bundeshaus soll das neue Zuhause von Karin Weigelt (34) werden. Tritt die Quereinsteigerin im Herbst in die Fussstapfen ihres Vaters?

Ehrgeizig ist sie noch immer. «Wenn ich antrete, will ich auch gewinnen», sagt Karin Weigelt über ihre Kandidatur für den Nationalrat. «So war ich schon als Sportlerin. Und so werde ich auch im Wahlkampf auftreten.»

Wird Karin am 20. Oktober für die FDP im Kanton St. Gallen gewählt, wäre sie nicht die erste Weigelt im Nationalrat. Schon ihr Vater Peter sass zwischen 1995 und 2006 für die FDP im Parlament. Jetzt unterstützt er sie in ihren politischen Ambitionen. «Mein Papa ist ein alter Politfuchs, der mir viele wertvolle Tipps geben kann. Das hilft mir sehr.» Ihr Vater war es auch, der sie politisiert hat. «Zuhause am Esstisch wurde viel diskutiert», erinnert sich die Ostschweizerin.

«Beim Handball braucht es Köpfchen. Genau wie in der Politik»

Ihre erste grosse Liebe aber war der Handballsport. Im letzten Jahr beendete die erfolgreichste Schweizer Handballerin aller Zeiten ihrer Karriere. Zuvor spielte sie während elf Jahren im Ausland und sammelte dementsprechend Erfahrungen.

Erfahrungen, die ihr nun in der Politik helfen sollen. «Ich habe als Söldnerin viele Gesellschaftsformen kennengelernt. Gesehen, wie weit Norwegen in der Digitalisierung ist. Erlebt, wie in Frankreich alles bürokratisch ist und zentral über Paris laufen muss. Das alles hat meinen Horizont erweitert.»

Und es habe auch ihren Blick auf die Schweiz geschärft. «Unsere direkte Demokratie und unser Föderalismus haben grosse Vorteile. Bei uns ist die Selbstverantwortung wichtig. Das gefällt mir.»

Dass es viele Handballer nach ihrer Karriere in die Politik und in die Wirtschaft verschlägt, sei kein Zufall, glaubt Weigelt. «Handball ist eine schnelle, komplexe Sportart. Da braucht es auch Köpfchen. Genau wie in der Politik.»

09.07.2018 – Wer es nicht probiert, hat schon verloren

Karin Weigelt: „Wer es nicht probiert, hat schon verloren“

Nach 128 Länderspielen und 400 Toren ist Schluss: Mit der Saison 2017/18 ist auch die beeindruckende Karriere von Karin Weigelt zu Ende gegangen. Die 34-jährige St. Gallerin, die ihre Laufbahn beim LC Brühl startete, spielte in den vergangenen elf Jahren in Deutschland, Norwegen und Frankreich und hielt so in ganz Europa die Schweizer Fahne hoch. Im großen Interview erzählt sie von ihrer Karriere, von ihren Erlebnissen in anderen Ländern und was sie in Zukunft machen will.

2017 – Syntax

Ein Gespräch mit der Schweizer Handball-Nationalspielerin: Karin Weigelt

Sie hat stets mehrere Sprachen auf der Zunge und im Kopf: Die 120-fache Handball-Nationalspielerin und beste Schweizer Spielerin, Karin Weigelt (SG). Nach ihren Auslandsaufenthalten in Norwegen und Frankreich spielt sie jetzt für den deutschen Kultverein Frisch Auf Göppingen. Das Studium «Sportmanagement-Master» hat sie in der Tasche und arbeitet nun für die Kommunikationsabteilung der Landesmesse Stuttgart.